Regulatorische Pflichten des EU AI Act beherrschen
Die europäische KI-Verordnung (EU AI Act) stellt Unternehmen vor beispiellose Anforderungen. Unabhängig davon, ob Sie eigene KI-Modelle entwickeln oder Foundation Models (wie GPT, Claude oder Llama) in Unternehmensprozesse integrieren: Abteilungen für Personal, Kundenservice, Medizintechnik oder Finanzanalyse unterliegen strengen Transparenz- und Risikopflichten.
Mit einem Managementsystem für Künstliche Intelligenz nach ISO/IEC 42001 (AIMS) belegen Sie Behörden, Kunden und Aufsichtsgremien die ethische, sichere und gesetzeskonforme Steuerung Ihrer KI-Systeme.
Die 4 Säulen eines praxistauglichen KI-Governance-Systems
- KI-Inventarisierung & Risikoklassifizierung: Lückenlose Erfassung aller im Unternehmen genutzten KI-Tools und Einstufung nach den Kriterien des EU AI Act (Annex III Hochrisiko-Check).
- Daten-Governance & Bias-Prävention: Überprüfung von Trainings-, Validierungs- und Testdaten auf Qualität, Repräsentativität und Datenschutzkonformität (DSGVO).
- Human Oversight (Menschliche Aufsicht): Implementierung von Human-in-the-Loop- und Human-on-the-Loop-Prozessen bei automatisierten Entscheidungen.
- Cybersecurity nach Art. 15 EU AI Act: Schutz vor Prompt Injection, Datenvergiftung (Data Poisoning) und Modell-Extraktion.
Synergie-Vorteil ISO 27001 & NIS2: Die Norm ISO/IEC 42001 folgt der gleichen High-Level-Structure wie ISO/IEC 27001. Ein bestehendes ISMS kann direkt um die KI-spezifischen Controls erweitert werden. Gleichzeitig erfüllt die Absicherung Ihrer KI-Infrastruktur die Resilienzvorgaben der NIS2-Richtlinie.
Vorgehen: Von der KI-Bestandsaufnahme zum ISO 42001 Zertifikat
- AI Act Impact Assessment: Rechtliche und technische Analyse aller KI-Use-Cases in Ihrem Unternehmen.
- Gap-Audit gegen ISO 42001: Identifikation fehlender Richtlinien zu Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Risikobewertung.
- Operationalisierung der Controls: Einführung von Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte und Etablierung von Monitoring-Pipelines.
- Auditbegleitung: Vorbereitung auf die externe Zertifizierung durch akkreditierte Stellen.
Häufige Fragen zum EU AI Act & ISO 42001 (FAQ)
Gilt der AI Act auch für Unternehmen, die KI nur anwenden?
Ja. Der AI Act unterscheidet zwischen Anbietern (Providern) und Betreibern (Deployern). Auch Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen haben umfangreiche Pflichten, wie die Sicherstellung der menschlichen Aufsicht und die Einhaltung der Nutzungsanweisungen.
Was unterscheidet ISO 42001 von ISO 27001?
Während ISO 27001 die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit aller Informationswerte schützt, adressiert ISO 42001 spezifische KI-Risiken wie Halluzinationen, Modellverzerrungen (Bias), Transparenz, Erklärbarkeit und ethische Folgen.
Wann müssen die Vorgaben des AI Act erfüllt sein?
Die Verordnung tritt gestaffelt in Kraft: Verbote unannehmbarer KI greifen bereits nach 6 Monaten, Regelungen für General Purpose AI nach 12 Monaten und die vollen Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach 24 bis 36 Monaten.